Tatra und Pieninen

Mały Giewont
Wanderungen durch die traumhaften Landschaften der Tatra, der höchsten polnischen Bergkette, stellen eine der Hauptattraktionen von Małopolska. Nicht weniger schön ist das Pieninen-Gebirge. Viele Sehenswürdigkeiten und Attraktionen birgt auch das Vorgebirge der Region Podhale und Spisz. Das polnische Tatra-Gebirge, das im Rahmen des Tatra-Nationalparks unter Naturschutz steht, erfordert gute Kondition und Ausdauer. Außer den langen und schwierigen Ausflügen zu den höchsten Gipfeln, kann man sich auch auf kürzere und leichtere Strecken begeben, die durch die schönsten Tatra-Täler führen. Die Pieninen stellen ein Miniaturformat im Vergleich zu der Tatra und stehen ebenfalls unter Naturschutz im Rahmen eines Nationalparks. Der berühmte Flussdurchbruch des Dunajec, der die Berge durchschneidet, kann mit einem Floß bewältigt oder bei einem Wander- oder Fahrradausflug bewundert werden.

Hohe Tatra

1. Zu Tatra-Seen
Palenica Białczańska – Morskie Oko – Szpiglasowa Przełęcz – Dolina Pięciu Stawów Polskich – Dolina Roztoki – Palenica Białczańska
21 km 8 Std. zu Fuß

Die Tour zu den größten und schönsten Bergseen ist ein Tatra-Klassiker. Der erste Teil der Route bis Morskie Oko ist nicht schwierig. Die Route führt über eine asphaltierte (für Autoverkehr gesperrte) Straße zum Parkplatz auf der Waldlichtung Palenica Białczańska und – obwohl monoton – bietet atemberaubende Aussichten. Morskie Oko ist von den höchsten Gipfeln Polens umgeben. Verpflegung und Erholung bietet die stilvolle Berghütte. Von Morskie Oko führt die Route weiter über den gelb markierten Wanderweg auf Szpiglasowa Przełęcz (2114 m ü. d. M.). Von dort kommt man ins Tal Dolina Pięciu Stawów Polskich hinunter. Die Attraktion dieses Tals sind nicht nur die Seen, sondern auch der höchste in Polen, 70 Meter hoher Wasserfall Siklawa. Um ihn zu erreichen, muss man am Rande des Tals zuerst auf den blau und dann auf den grün markierten Wanderweg abbiegen. Der grüne Markierung im Tal Dolina Roztoki folgend, kommt man an einem weiteren Wasserfall - Wodogrzmoty Mickiewicza vorbei.


2. Über Hala Gąsienicowa
Kuźnice – Kasprowy Wierch – Świnica – Hala Gąsienicowa – Kuźnice
11 km 5,5 Std. zu Fuß

Dank der Seilbahn von Kuznice auf Kasprowy Wierch kann man mühelos den Hauptkamm der Hohen Tatra erreichen. Von dort führt der rot markierte Wanderweg auf Świnica (2301 m ü. d. M.), einen beeindruckenden Gipfel über Hala Gąsienicowa. Der Aufstieg ist steil, erfordert aber keine Klettern-Fähigkeiten. Am besten wäre es, vom Gipfel zurück zu Przełęcz Świnicka und weiter über den schwarz markierten Wanderweg zu kleinen, malerischen Seen Gąsienicowe Stawy hinunter zu gehen. Nach einer Rast in der Berghütte Murowaniec kommt man über den blau oder gelb markierten Wanderweg zurück nach Kuźnice.


Westliche Tatra

3. Zum Kreuz auf Giewont
Kuźnice – Giewont – Mały Giewont – Dolina Strążyska – Zakopane
12 km 6 Std. zu Fuß

Die majestätische Silhouette von Giewont mit dem auf dem Gipfel aufgestellten Kreuz überragt Zakopane und zieht Touristen wie ein Magnet an. Die Wanderung zum Gipfel beginnt in Kuźnice, dann führt die Route entlang dem blau markierten Weg durch den Wald über die Waldlichtung Polana Kalatówki zur Berghütte auf Hala Kondratowa. Von hier aus beginnt der steilen Anstieg. Die letzte Etappe ist mit Stahlketten abgesichert. Für den Rückweg ist die rot markierte Route zu empfehlen. Diese malerische Route mit wunderschönem Blick auf Czerwone Wierchy führt direkt unter dem Berg Mały Giewont in das beeindruckende Tal Dolina Strążyska und weiter nach Zakopane.


4. Schätze des Tals Dolina Kościeliska
Kiry – Dolina Kościeliska – Kiry
11,5 km (17 km mit Varianten) 3,5 Std. (6-7 Std. mit Varianten) zu Fuß

Dolina Kościeliska gilt als das schönste Tal in der West-Tatra. Es wird durch beeindruckende Felsformationen und überragende Gebirgsmassive von Czerwone Wierchy und Kominiarski Wierch geschmückt. In den hiesigen Kalksteinfelsen haben sich zahlreiche Höhlen gebildet, von denen einige für Besucher zugänglich sind. Die Wanderung durch dieses Tal ist eigentlich ein langer Spaziergang mitten in den schönen Ausblicken. Diesen Spaziergang kann man abwechslungsreicher gestalten, indem man zur Höhle Jaskinia Mroźna oder zur Schlucht Wąwóz Kraków abbiegt. In der Nähe von der Berghütte „Na Ornaku“ führt ein kurzer Pfad zu dem in Tannenwälder versteckten Teich Staw Smreczyński und die anderen Seiten-Wanderwege führen zu Höhlen Mylna und Raptawick (eine Taschenlampe ist erforderlich, um sie zu besichtigen).


Zakopane

5. Dolinki reglowe (Vorgebirge-Täler)
Zakopane – Dolina Białego – Sarnia Skała – Dolina Strążyska – Zakopane
8 km 3 Std. zu Fuß

Wenn man nicht genug Zeit hat oder nicht so gut in Form ist, um in die größten Tatra-Täler und auf die hohen Gipfel zu gehen, kann man die kleineren aber nicht weniger interessanten, nicht weit vom Zentrum von Zakopane entfernten Vorgebirge-Täler besuchen. Ein Pfad mit dem Namen „Ścieżką pod Reglami“ führt von der berühmten Skisprungschanze Wielka Krokiew zum Tal Dolina Białego. Der Wanderweg durch diese in den dolomitischen Felsen eingeschnittene sehr schmale Schlucht wird auf Holzklötzen geführt. Aus dem oberen Teil des Tals erreicht man mit dem schwarz markierten Wanderweg mit dem Namen „Ścieżka nad Reglami“ den Gipfel Sarnia Skała, von dem man ein schöner Blick auf Giewont genießen kann. Über den gleichen Wanderweg geht man in das Tal Dolina Strążyska hinunter, von dort über den gelb markierten Weg erreicht man den malerischen Wasserfall Siklawica. Von dem Wasserfall nach Zakopane führt die rot markierte Route.

6. Auf dem Kamm von Gubałówka
Witów – Butorów – Gubałówka – Zakopane
12 km 4 Std. zu Fuß, mit dem Fahrrad

Gegenüber von Tatra-Gebirgen schließt der nicht sehr hohe Gebirgszug Pasmo Gubałowskie vom Norden den Talkessel von Zakopane. Der Kamm von Gubałówka bietet fantastische Ausblicke auf die Tatra. Die Wanderung beginnt in Witów auf dem schwarz markierten Wanderweg entlang des Flusses Czarny Dunajec. Danach kommt ein sanfter Anstieg auf Gubałówka. Hier kann man die schönste Aussichten genießen. Zurück nach Zakopane kommt man entweder mit der Standseilbahn oder zu Fuß hinunter, einer der zahlreichen hier markierten Wanderrouten folgend. Der schnellste Fuß-Abstieg ist der schwarz markierte Wanderweg, eine längere Variante führt auf dem Kamm nach Poronin oder Harenda.



Niedzica, Czorsztyn

1. Zwei Schlösser
Czorsztyn– Sromowce Wyżne – Niedzica
13 km 5 Std. zu Fuß

Bei diesem Ausflug können zwei malerische, am See Jezioro Czorsztyńskie gelegene Schlösser besucht werden. Die Route verläuft entlang der gekennzeichneten Wanderwege, teilweise durch den Nationalpark Pieninen. Sie beginnt an den Ruinen des Schlosses Wronin in Czorsztyn. Vom Schloss führt die grün markierte Route durch das Dorf und dann, im oberen Teil von Czorsztyn, biegt man nach rechts, auf einen blau markierten Wanderweg ab. Man passiert den Informationspavillon des Nationalparks Pieninen und wandert weiter über den nicht bewaldeten Kamm von Majerz. Auf dem Pass Osice überquert man die Straße von Krośnica nach Sromowce Wyżne, unsere Route führt aber weiter entlang dem markierten Wanderweg zum Pass Trzy Kopce. Hier steigt man steil auf die rote Wanderroute unter den Felsen von Rabsztyn nach Sromowce Wyżne-Kąty und zur Floßanlegestelle am Dunajec ab. Von dort führt die Route entlang der Straße nach Sromowce Wyżne und über den niedrigen Staudamm des Sees Jezioro Sromowskie zum anderen Ufer von Dunajec. Entlang des Südufers führt die Straße von Niedzica bis zur Grenze mit der Slowakei, mit der man den Staudamm des Sees Jezioro Czorsztyńskie erreicht. Der Staudamm mit seiner Höhe von 56 m ist der höchste Erddamm in Polen. Der Wanderweg schneidet die Serpentinenstraße und bringt bald den Wanderer zum Schloss Dunajec. Das effektvoll gelegene Gebäude stand hier bereits im Mittelalter. Das obere Schloss auf dem Hügel ist gotisch, während das größere untere Schloss im Stil der Renaissance gebaut wurde. Ca. 200 m vom Schloss befindet sich eine Anlegestelle. Im Sommer kann man von hier mit einem Fahrgastschiff nach Czorsztyn zurückfahren.


2. Um den Nationalpark Pieninen
Niedzica – Frydman – Dębno Podhalańskie – Maniowy – Mizerna – Kluszkowce – Czorsztyn – Krościenko –Szczawnica – Czerwony Klasztor – Sromowce Niżne – Sromowce Wyżne – Niedzica
65 km 8 Std. mit dem Fahrrad

Die Route führt über bequeme, asphaltierte Straßen, zum größten Teil außerhalb der gekennzeichneten Wanderwege, zu den interessantesten Orten in Pieninen. Man startet am Schloss Dunajec in Niedzica und fährt die Panoramastraße entlang dem Südufer des Sees Jezioro Czorsztyńskie. Bald erreicht man das Dorf Frydman, in dem eine gotische Kirche und ein Renaissance-Kastell zu sehen sind. Die nächste Station auf der Route ist das wegen der in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommene wunderschöne Holzkirche aus dem 15. Jh. berühmtes Dorf Dębno Podhalańskie. Von Dębno Podhalańskie fährt man die Straße Nr. 969 in Richtung Krościenko. Die Route biegt aber in Seitenstraßen ab, so dass man die Dörfer am Fuße des Gebirgszugs Lubań in Gorce: Maniowy, Mizerna und Kluszkowce durchquert. Von diesem letzten Dorf steigt die Route zur Ruinen in des Schlosses Wronin in Czorsztyn auf. Dann fährt man die Hauptstraße hinunter nach Krościenko, überquert man Dunajec und fährt entlang des Flusses fast bis Szczawnica. Schließlich biegt man von der Hauptstraße auf den bequemen Weg entlang des Flusses Dunajec auf der slowakischen Seite ab. Von diesem Weg kann man die unvergesslichen Landschaften des Durchbruchs von Dunajec bewundern. Im Dorf Czerwony Klasztor kommt man über eine Fußgängerbrücke zurück auf die polnische Seite, nach Sromowce Niżne. Weiter fährt man durch Sromowce Wyżne-Kąty und Sromowce Wyżne und erreicht die letzte Station der Tour - den Ort Niedzica und das Schloss.


Krościenko nad Dunajcem, Szczawnica

3. Sokola Perć (Falken-Saumpfad)

Krościenko – Sokolica – Zamkowa Góra – Trzy Korony – Krościenko
12 km 5,5 Std. zu Fuß

Wenn man aus einer Vogelperspektive den Durchbruch von Dunajec sehen will, dann empfiehlt es sich, den berühmten Felsabhang von Sokolica (747 m ü. d. M.) zu erklimmen. Von Krościenko führt dahin eine grün markierte Route. Die Gipfel-Terrasse auf einem über 300 m hohen Felsen garantiert ein unvergessliches Panorama. Der weitere Teil der Route ist der blau markierte Wanderweg, Sokola Perć (Falken-Saumpfad) genannt. Er führt über Czertezik und Ociemny Wierch auf den Berg Zamkowa Góra mit Relikten einer mittelalterlichen Burg. Von dort ist nicht mehr weit bis zum höchsten Berg von Pieninen - Trzy Korony (982 m ü. d. M.). Aus der Aussichtsplattform auf Okrąglica hat man eine weitere hervorragende Aussicht auf den unten fließenden Fluss Dunajec und die kleinen Flöße. Nach Krościenko hinunter kommt man zuerst mit dem blau markierten Pfad zum Pass Szopka und weiter mit dem gelb markierten Wanderweg.


4. Wysoka und Schlucht Homole
Szczawnica – Wysoka – Wąwóz Homole – Jaworki
13 km 4 Std. mit dem Fahrrad

Małe Pieniny (die Kleinen Pieninen) sind für ihre weitreichenden Hochwiesen und malerischen Felsen, die besonders eindrucksvoll in der Miniatur-Schlucht Homole sind, bekannt. Hier, in kleinen Pieninen, befindet sich der höchste Berg im ganzem Bergzug Pieninen - Wysoka (1050 m ü. d. M.). Auf die Hänge von kleinen Pieninen kommt man aus Szczawnica mit dem Sessellift auf Palenica. Von dort aus wandert man über den gelb markierten Wanderweg auf den Hauptkamm, wo man die blaue Markierung trifft. Dieser Markierung folgend erreicht man über die weitreichenden Hochwiesen den Berg Wysoka. Beim Abstieg vom Gipfel ist Vorsicht geboten - der Weg ist sehr steil. Im weiteren Verlauf des blau markierten Pfads zweigt von ihm der grüne Wanderweg, der zur Schlucht Homole und dann nach Jaworki führt, wo die Route zu Ende ist.



Sehenswert:
Morskie Oko
, größter See in der Tatra, umgeben von höchsten Berggipfeln Polens, garantiert unvergessliche Aussichten und Erholung in der ältesten PTTK-Herberge
Kościeliska-Tal wird mit seinen eindrucksvollen Felstoren als das schönste Tal in der westlichen Tatra angesehen
Zakopane, bekannt als die Winterhauptstadt Polens, eine Ortschaft mit unvergleichbarer Stimmung, schönen Holzgebäuden und ein perfekter Ort von dem aus Ausflüge in die Tatra unternommen werden können
Chochołów, ein Dorf das als lebendiges Freilichtmuseum bezeichnet wird, mit einmaligen Komplexen von Podhale-Holzbauten
Dębno Podhalańskie, wo eine der schönsten Holzkirchen von Małopolska steht, die in die UNESCO-Liste eingetragen wurde
Dunajec-Durchbruch, der zusammen mit den Floßfahrten eine der interessantesten Attraktionen der Region bildet
Schlösse in Czorsztyn und Niedzica, die sich malerisch über dem Czorsztyn-See erheben
Homole-Schlucht, Naturreservat mit unglaublich eindrucksvollen Felsen.
 

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